Touristenfallen

Touristenfallen und was dich überraschen könnte, dass es in Wirklichkeit anders ist, als soziale Netzwerke zeigen.

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Dominika Pereira

Dominika Pereira

Madeira island, Portugal

Madeira-Fallen: Wohin du nicht unbedingt musst, nur weil du es überall auf Instagram siehst

Möchtest du Zeit sparen und dich nicht unnötig an Orte begeben, die in sozialen Netzwerken besser aussehen als in Wirklichkeit? Hier sind meine persönlichen Beobachtungen – Orte, die meiner Meinung nach nicht den Wert haben, den Instagram und Reiseführer ihnen oft zuschreiben.

1. Cabo Girão

Früher war es ein toller Aussichtspunkt. Heute ist er kostenpflichtig, oft überfüllt und für mich kann man ihn ruhig auslassen. Der Eintritt kostet etwa 5 €, die Toiletten sind gebührenpflichtig, die Glasplattform ist oft schmutzig und die Aussicht? Schön, aber ähnliche Aussichten findest du auf Madeira viele kostenlos. Außerdem gibt es hier oft Parkprobleme.

Alternative: Wenn du eine Glasplattform besuchen möchtest, ist der Aussichtspunkt Guindaste in Faial meiner Meinung nach eine bessere Alternative. Er ist zwar kleiner, aber kostenlos.

2. PR1 Pico do Arieiro – Pico Ruivo

Zweifellos eine der schönsten Wanderungen auf Madeira. Die Frage ist aber: Sind dir die Menschenmassen das wert?

Die Route ist kostenpflichtig, aktuell etwa 10 €, oft ausverkauft und es gibt keine Toiletten auf der Strecke. Dazu kommen kostenpflichtige Parkplätze und die Logistik der Rückfahrt von Achada do Teixeira zum Auto – oft mit dem Taxi oder Transfer, üblicherweise etwa 15 € pro Person. Es ist also definitiv keine reine Low-Cost-Wanderung.

Alternative: Wenn du kein Fan von Wanderungen in Menschenmassen bist, ist der Trek zum Pico Grande eine großartige Alternative. Dort sind deutlich weniger Leute unterwegs und die Aussicht auf die Berge ist ebenfalls wunderschön.

3. Sonnenaufgang am Pico do Arieiro

Ja, er ist wunderschön. Keine Frage. Aber wieder – eine Million Menschen, kostenpflichtiges Parken und eine Atmosphäre, die manchmal weit entfernt von einem romantischen Sonnenaufgang ist. Eher erinnert es manchmal an eine Bananenschlange im Kommunismus als an einen ruhigen Morgen in den Bergen.

Alternative: Bessere und ruhigere Alternativen? Bica da Cana oder Furna da Bode im Osten der Insel.

4. Mercado dos Lavradores

Der Mercado dos Lavradores ist eine wunderschöne historische Markthalle im Zentrum von Funchal und definitiv einen kurzen Besuch wert. Er hat eine interessante Atmosphäre, farbenfrohe Früchte, Blumen, Fisch und fotogene Räume. Aber als Ort für einen „authentischen Einkauf“? Da wäre ich schon vorsichtig.

Besonders der Bereich mit exotischen Früchten ist heute sehr touristisch. Die Verkäufer bieten dir oft eine Kostprobe an, sind nett und lächeln, aber die Preise sind oft deutlich höher als anderswo. Einige Obstsorten kannst du zum Mehrfachen des üblichen Preises kaufen, und wenn du nicht vorher fragst, wie viel genau du bezahlst, könntest du an der Kasse unangenehm überrascht werden.

Für mich: hingehen und anschauen ja, aber mit Bedacht einkaufen. Achte idealerweise auf den Kilopreis, lass dich nicht zu einem Großeinkauf drängen und betrachte es eher als kurzen Stopp, um die Atmosphäre zu genießen, denn als Ort, an dem du die besten lokalen Produkte bekommst.

Alternative: Wenn du Obst oder Gemüse zu normaleren Preisen möchtest, probiere lieber kleinere lokale Geschäfte, Märkte außerhalb des Haupttouristenzentrums – zum Beispiel in Santo da Serra, Ribeira Brava oder Prazeres.

5. PR6: 25 Fontes und Levada do Risco

Diese Route wird fast überall als eine der schönsten Levadas auf Madeira bezeichnet. Du findest sie in fast jeder Liste der „10 Orte, die du besuchen musst“ und sie wird wohl von jedem zweiten Influencer empfohlen.

Vor zehn Jahren hätte ich sie dir vielleicht auch empfohlen. Aber heute? Ehrlich gesagt, eher nicht.

Warum? Auf der Strecke sind oft riesige Menschenmengen unterwegs. Manchmal gehst du in einer Reihe wie Pinguine hintereinander, sodass der Zauber einer ruhigen Levada im Wald ziemlich schnell verfliegt. Im Sommer gibt es zudem weniger Wasser und am Ende erwartet dich statt der märchenhaften „25 Quellen“ eher ein kleiner Wasserstrahl als ein Wow-Effekt.

Ich sage nicht, dass die Route hässlich ist. Das ist sie nicht. Nur entspricht sie meiner Meinung nach heute nicht mehr dem riesigen Hype. Lorbeerwald, Levada und eine wunderschöne grüne Atmosphäre findest du auf Madeira auch anderswo – oft mit viel weniger Menschen.

Alternativen: Wenn du eine ähnliche Atmosphäre des Lorbeerwaldes möchtest, probiere die Levada dos Cedros. Dort gibt es zwar keinen großen Wasserfall, aber dafür ist sie viel ruhiger. Wenn du einen Wasserfall möchtest, könnte die Levada Rocha Vermelha eine interessante Alternative sein, oder die Levada do Alecrim mit einem Abzweig zur Lagoa do Vento. Eine gute Wahl ist auch die Levada dos Tornos im Norden der Insel.

6. PR9: Caldeirão Verde

Ähnlich verhält es sich heute mit der Route Caldeirão Verde. Früher gehörte sie zu den wunderschönen und ruhigeren Levadas, heute ist sie jedoch extrem frequentiert. Oft geht man in Menschenmassen, Parken ist oft ein Problem und in der Hauptsaison verliert die Route einen Teil ihres Zaubers.

Zudem gibt es im Sommer oft wenig Wasser am Wasserfall, sodass das Ergebnis möglicherweise nicht dem entspricht, was du auf Fotos in sozialen Netzwerken siehst. Die Route an sich ist schön, aber wenn du einen ruhigen Spaziergang in der Natur suchst, solltest du das in der Saison hier nicht erwarten.

Alternative: Wenn es dir hauptsächlich um einen schönen Wasserfall geht, probiere lieber Águage in Santana oder Água d’Alto in Faial. Beide Orte sind weniger bekannt und können ein viel angenehmeres Erlebnis ohne Menschenmassen bieten.

7. Strand in Seixal

Kennst du die Fotos aus sozialen Netzwerken, die an hawaiianische Strände erinnern? Schwarzer Sand, grüne Klippen im Hintergrund und ein Wasserfall, der von einem Felsen stürzt. Der Strand in Seixal ist wirklich schön, aber die Realität kann dich etwas überraschen.

Von der anderen Seite ist der Strand nämlich von Beton, einer Straße und parkenden Autos umgeben, sodass das Gefühl von wilder Natur, das du von Instagram kennst, vor Ort schnell verfliegen kann. Zudem ist der Strand relativ klein und im Sommer oft sehr voll. Parken ist in der Hauptsaison oft fast unmöglich.

Das bedeutet aber nicht, dass Seixal keinen Besuch wert ist. Das ist es. Es ist nur gut zu wissen, was dich erwartet, und nicht mit der Vorstellung eines verlassenen hawaiianischen Paradieses dorthin zu fahren.

Tipp: Wenn du den Strand in Ruhe genießen oder schöne Fotos machen möchtest, komme sehr früh am Morgen oder spät am Nachmittag. Besonders schön ist er oft bei Sonnenuntergang.

8. Blumenfest

Nicht, dass ich dir das Blumenfest unbedingt ausreden möchte. Es hat seinen Charme und wird sicherlich seine Fans finden. Es ist nur gut zu wissen, dass viele Leute mir nach dem Besuch gesagt haben, dass es nicht ganz das war, was sie sich vorgestellt hatten.

Das Blumenfest ist eine sehr touristisch ausgerichtete Veranstaltung, die möglichst viele Besucher auf die Insel locken soll. Und das gelingt Madeira hervorragend. In dieser Zeit kommen viele Touristen auf die Insel, Kreuzfahrtschiffe legen an, Hotels sind ausgebucht und vor allem Funchal platzt förmlich aus allen Nähten.

Im Stadtzentrum findest du Stände, Blumenschmuck und über mehrere Wochen findet ein Begleitprogramm statt. Wenn du jedoch ein authentisches lokales Fest erwartest, könnte dich die Realität etwas überraschen – es ist eher eine große Touristenveranstaltung als ein lokales Festival für Einheimische.

Alternative: Wenn du auf Madeira eine authentischere Atmosphäre erleben möchtest, komme im Sommer zu einem der lokalen Feste, den sogenannten Arraiais. Diese Feste haben eine ganz andere Energie – lokales Essen, Musik, Tanz, Dekoration, Poncha und vor allem Madeirer, die wirklich zum Feiern dorthin gehen, nicht nur um für Touristen zu posieren.

9. Fanal

Dafür ernte ich vielleicht Schelte, aber ehrlich gesagt – ich habe den riesigen Hype um Fanal nie ganz verstanden.

Der Ort, an dem wir früher mit der Familie ein ruhiges Picknick gemacht haben, ist heute voller Touristen mit Kameras. Dutzende bis Hunderte von Menschen rennen zwischen den Bäumen herum, junge Frauen posieren halbnackt an den Lorbeerbäumen für „künstlerische“ Instagram-Fotos, und aus dem einst grünen Rasen ist an vielen Stellen zertretene Erde und Schlamm geworden.

Und weil einige Besucher wie Affen auf die Bäume kletterten und sie zerstörten, ist ein Teil des Gebiets heute eingezäunt – leider nicht gerade ästhetisch. Fanal ist für mich also nicht mehr der magische und ruhige Ort, der es früher einmal war.

Das bedeutet aber nicht, dass es keinen Besuch wert ist. Das ist es. Es ist nur gut, zur richtigen Zeit zu kommen und nicht die Erwartung eines verlassenen Märchenwaldes zu haben. Wenn du außerhalb des Hauptansturms der Touristen kommst, zum Beispiel spät am Nachmittag oder bei Sonnenuntergang, kannst du hier immer noch eine schöne Atmosphäre erleben.

Alternative: Wenn du weitere magische Ecken des Lorbeerwaldes ohne Menschenmassen entdecken möchtest, probiere Chão dos Louros in São Vicente. Dort findest du wunderschöne alte Bäume, Ruhe und eine große Chance, fast niemanden zu treffen.

10. Poncha in der Flasche

In jedem Supermarkt oder Souvenirladen auf Madeira stößt du auf Flaschen mit der Aufschrift Poncha. Auf den ersten Blick mag das wie ein tolles Souvenir und „echter madeirischer Poncha“ wirken. Aber Vorsicht – das würde ich dir eher nicht empfehlen.

Echter Poncha ist ein Mixgetränk aus madeirischem Rum, Honig und frischem Fruchtsaft. Gerade die Frische macht ihn so besonders. Die Flaschenversion ist daher kaum mit einem echten Poncha aus einer Bar oder einer lokalen Poncha-Taverne zu vergleichen.

Alternative: Wenn du ihn zu Hause genießen möchtest, ist ein viel besseres Souvenir madeirischer weißer Rum, Honig und ein Mexelote – ein traditioneller hölzerner Poncha-Rührer. Oft wird es auch in einer schönen Verpackung verkauft, was es zu einem praktischeren und authentischeren Geschenk macht als eine fertige Flasche „Poncha“. Zu Hause kannst du dann frischen Poncha zubereiten – und vor allem viel näher am echten madeirischen.

11. Wasserfall dos Anjos

Ein weiterer Ort, den du in fast jedem Instagram-Video von Madeira sehen wirst. Ein Auto unter dem Wasserfall, eine Dusche mitten auf der Straße, ein „Must-See“-Erlebnis. Doch die Realität ist etwas anders.

Erstens – die Zufahrt zum Wasserfall mit dem Auto ist verboten, und in den letzten Jahren auch der Zutritt für Fußgänger. Der Grund? Es besteht die Gefahr von Steinschlag, die Oberfläche ist rutschig und der Ort ist nicht sicher. Leider gab es hier bereits schwere Unfälle.

Und zweitens – das Wasser, unter dem sich einige Touristen begeistert duschen, ist definitiv kein klares Bergregenwasser, sondern Abwasser. Die Frage ist also: Ist dir dieses Instagram-Foto das wirklich wert?

Alternative: Wenn du einen Wasserfall sehen möchtest, der über die Straße fällt, probiere lieber den Wasserfall Lombinho in Ribeira da Janela. Er ist weniger bekannt und meiner Meinung nach eine viel bessere Wahl, als ein Verbot, eine Strafe oder eine Verletzung wegen eines einzigen Fotos zu riskieren.

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