Dramatisch auf einem Hügel zwischen drei Flüssen gelegen, steht die Burg Rozafa (Kështjella e Rozafës; Rozafa-Burg) (42.046652 19.493730) in der Region Shkodër in Nordalbanien. Zusammen mit der Burg Gjirokastër (Kalaja e Gjirokastrës) und der Burg Berat (Kala e Beratit) gilt die Burg Rozafa als eine der drei beeindruckendsten Festungen Albaniens. Danach folgen die Burg Krujë (Kalaja e Krujës; Krujë-Burg) und die Burg Porto Palermo (Kalaja e Porto Palermos; Palermo-Burg).
Der Legende nach versuchten drei Brüder, eine Burg zu bauen, doch jede Nacht stürzten ihre Mauern auf mysteriöse Weise ein. Schließlich enthüllte ein alter Mann, dass die Burg nur dann bestehen würde, wenn eine der Frauen der Brüder lebendig in ihren Mauern eingemauert würde. Am nächsten Tag kam Rozafa mit ihrem Baby an. Sie akzeptierte ihr Schicksal, bat jedoch darum, dass ihre Brust, Hand, Fuß und Auge unbedeckt blieben, damit sie weiterhin für ihr Kind sorgen konnte. Seitdem ist die Legende ein Symbol für Opfer und den schmerzhaften Preis, der für das Gemeinwohl gezahlt wird. Bereits im vierten Jahrhundert v. Chr. gründeten die Illyrer auf dem Hügel eine Siedlung namens Scodra. Aus dieser Siedlung entwickelte sich die moderne Stadt Shkodër. In römischer Zeit dehnte sich die Stadt in die Ebene am Fuße des Hügels aus. Die Venezianer verstärkten die Befestigungsanlagen erheblich. Im Jahr 1479 eroberten die Osmanen die Burg nach einer zehnmonatiger Belagerung. Die militärische Funktion der Burg endete im 19. Jahrhundert.
Heute besteht die Anlage aus drei durch Tore getrennten Innenhöfen. Der erste Innenhof ist über den Haupteingang zugänglich und beherbergt einen zylindrischen Turm, ein Lagerhaus und ein dreistöckiges Gebäude im venezianischen Stil. Der zweite Innenhof enthält die Fatih-Moschee, ein Gefängnis und ein weiteres Lagerhaus. Vom dritten Innenhof aus werden Besucher mit einem herrlichen Panoramablick auf die umliegende Landschaft, die Stadt Shkodër und den Shkodrasee belohnt.