Die Festung Špilberk wurde im 13. Jahrhundert von den Königen der Přemysliden-Dynastie erbaut und von Ottokar II. als königliche Residenz und strategischer Verteidigungspunkt fertiggestellt. Im 16. Jahrhundert ging sie in den Besitz der Stadt Brünn über, die sie in eine Zitadelle mit imposanten Bastionen umwandelte. Während des Dreißigjährigen Krieges widerstand sie 1645 erfolgreich der schwedischen Belagerung und wurde zur beeindruckendsten Barockfestung Mährens. Ab dem 17. und 18. Jahrhundert wurde sie als Gefängnis genutzt: Traurigerweise bekannt als das „Gefängnis der Nationen“, beherbergte sie politische Dissidenten wie die italienischen Carbonari, darunter Silvio Pellico. Die unterirdischen Zellen, die Kasematten, waren gewölbte Gänge, in denen die Häftlinge unter harten Bedingungen und überfüllten Gefängnissen litten. 1855 wurde die Gefängnisfunktion eingestellt und sie diente bis 1959, einschließlich der Weltkriege, als Militärkaserne. Nach dem Abzug der tschechoslowakischen Armee ist sie seit 1960 Sitz des Stadtmuseums Brünn mit Dauerausstellungen zur Geschichte der Festung und der Stadt. Zu den Hauptattraktionen gehören das begehbare Kasemattensystem, der Aussichtsturm mit Blick auf die Stadt und der Innenhof, in dem im Sommer kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Der umliegende, gepflegte Park bietet malerische Ausblicke und die Möglichkeit, bei einem Spaziergang das Panorama der Stadt Brünn zu bewundern.