Dieser Komplex aus 140 Wohnungen in 67 Häusern wurde zwischen 1516 und 1526 von der Familie Fugger gebaut, um arme Stadtbewohner, hauptsächlich Familien mit Kindern, unter der Bedingung unterzubringen, dass sie „guten Charakters“, fleißig und katholisch waren.
Die jährliche „Miete“ war symbolisch, etwa ein paar Cent des Tageslohns des Bewohners, zusätzlich zur Verpflichtung, dreimal täglich ein Vaterunser und ein Ave Maria zu Ehren der Familie Fugger zu beten. Die Tradition wird bis heute fortgesetzt, wobei die jährliche Mietzahlung jetzt einem Rheinischen Gulden (der damaligen Währung) oder nur etwa 0,88 € entspricht!
Heute leben dort etwa 150 Menschen, und einer ihrer ehemaligen berühmten Bewohner war der Steinmetzmeister Franz Mozart, Urgroßvater des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Dieses Häuserdorf hat viele Gärten, und eines dieser Häuser wurde als Modell für Besucher eingerichtet, um zu zeigen, wie die Häuser innen aussehen. Das Modellhaus befindet sich in der Ochsengasse 51.
Das am besten erhaltene Haus in der Fuggerei ist zu einem interessanten Museum geworden, dem Fuggerei Museum, das die ganze Geschichte des Ortes erzählt. Es befindet sich in der Mittleren Gasse, Eingang durch Hausnummer 14.
In den Gärten der Fuggerei befindet sich auch ein Bunker, der im Zweiten Weltkrieg genutzt wurde.
Dieser Bunker beherbergt eine Dauerausstellung mit dem Titel „Die Fuggerei im Zweiten Weltkrieg – Zerstörung und Wiederaufbau“, die das Schicksal der Fuggerei und ihrer Bewohner während der nationalsozialistischen Zeit und der Nachkriegs-Wiederaufbauphase zeigt. Text und Fotografien, Filme und Ton sowie alle dokumentierten Ausstellungen der Bombardierung Augsburgs im Zweiten Weltkrieg, plus der Wiederaufbau der Fuggerei und der Stadt Augsburg. Rund um die Häuser finden Besucher mehrere Geschäfte und Restaurants, wie das Himmlische Fuggereilädle.