Der Bebelplatz ist einer der schönsten und geschichtsträchtigsten Plätze Berlins. Er liegt im Bezirk Mitte, an der prestigeträchtigen Allee Unter den Linden, und ist berühmt für seine neoklassizistische architektonische Harmonie und dafür, Schauplatz einer der dunkelsten Episoden des 20. Jahrhunderts gewesen zu sein.
Geschichte und Bedeutung:
- Ursprung: 1740 während der Herrschaft Friedrichs des Großen angelegt, sollte der Platz das Zentrum des „Forum Fridericianum“ werden, einem Gebäudekomplex, der preußische Kultur, Wissenschaft und Religion repräsentierte.
- Name: Ursprünglich Opernplatz genannt, wurde er 1947 zu Ehren von August Bebel, einem der Gründer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), umbenannt.
- Die Bücherverbrennung (1933): Am 10. Mai 1933 war der Platz der Ort, an dem nationalsozialistische Studenten, ermutigt von Joseph Goebbels, etwa 20.000 Bücher von Autoren verbrannten, die als „entartet“ oder „undeutsch“ galten (wie Karl Marx, Sigmund Freud und Heinrich Heine).
Das meistbesuchte Element des Bebelplatzes im Jahr 2026 ist das unterirdische Denkmal „Versunkene Bibliothek“, geschaffen vom israelischen Künstler Micha Ullman:
- Was es ist: In der Mitte des Platzes befindet sich eine Glasplatte im Boden. Wenn du hinunterschaust, siehst du einen weißen unterirdischen Raum mit leeren Bücherregalen, die Platz für genau die 20.000 verbrannten Bände bieten.
- Die Gedenktafel: Neben dem Denkmal befindet sich eine Gedenktafel mit der unheimlich präzisen Prophezeiung des Autors Heinrich Heine aus dem Jahr 1820: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“
Der Bebelplatz ist umgeben von atemberaubenden architektonischen Monumenten:
- Staatsoper Unter den Linden: die Nationaloper, ein prächtiges Rokoko-Gebäude, das die Ostseite des Platzes dominiert.
- St. Hedwigs-Kathedrale: Berlins wichtigste katholische Kirche, deren Kuppel vom Pantheon in Rom inspiriert ist. Im Jahr 2026 wird die Kathedrale nach umfangreichen Innenrenovierungen wiedereröffnet.
- Alte Bibliothek: von den Berlinern wegen ihrer geschwungenen Form als „Kommode“ bekannt, ist sie heute Teil der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität.
- Hotel de Rome: eines der luxuriösesten Hotels Berlins, untergebracht in einem ehemaligen Bankgebäude (es ist möglich, die Rooftop-Bar für einen Blick von oben auf den Platz zu besuchen).
Nachts wird das unterirdische Bibliotheksdenkmal beleuchtet, was einen dramatischen visuellen Effekt erzeugt.
Adresse
Bebelplatz
U5 Museumsinsel Station
S3/S5/S7 Hackescher Markt Station
Buslinien 100 oder 200 (Haltestelle Staatsoper)
Tramlinien M1 und 12 (Haltestelle Am Kupfergraben)