Montenegro entdecken - Vorwort
schwarze Berge - grüne Wälder - individuell entdecken Reisen auf den Spuren der Westbalkanprofis | Qualität seit 2011
Martina & Günther
Montenegro
Viele Mythen, Legenden und unaufgeklärte Theorien ranken sich um die Herkunft des geheimnisvollen Namens „Crna Gora - Schwarzes Gebirge“. Berge gibt es - hauptsächlich sogar - aber richtig schwarz ist keiner von ihnen, eher grau und grün und sie wirken zudem überaus einladend.
Lord Byron, ein britischer Dichter des 18. Jahrhunderts, schrieb über Montenegro: „Als die Perlen der Natur gesät wurden, erhielt dieses Land eine Handvoll davon."
Weltoffener, einladender und bezeichnender können auch die offiziellen Werbeslogans nicht klingen: „Perle der Adria“ oder „Wilde Schönheit“, diese wenigen Worte sagen fast alles über den kleinen Staat aus. Montenegro ist ein Landschaftsjuwel fast ohne Makel, ein Land voller Widersprüche und Gegensätzlichkeiten, mit Ecken und Kanten und doch mit Sicherheit eines der schönsten in ganz Europa.
Es ist ein Land der Rekorde, der Superlative und der Extreme. Europas südlichster Fjord und die tiefste Schlucht sowie einer der ältesten Urwälder des Kontinents liegen hier. Es hat den Hauptanteil am größten Binnensee des Balkans und besitzt den längsten Strand der Adria. Es beherbergt das größte Vogelschutzgebiet Europas und weist die höchste Niederschlagsmenge auf. Die fast 300 Kilometer lange Küstenlandschaft mit der einmaligen Bucht von Kotor, mit ihren unzähligen, von schroffen Felsen umrahmten, traumhaften Badebuchten und langen Sandstränden gehört mit Sicherheit zu den stimmungsvollsten und faszinierendsten der ganzen Welt. Nirgendwo sonst an der Adria ist das Meer von einem tieferen Blau und das Wasser so glasklar wie hier. Doch Einsamkeit sucht man dieserorts vergeblich, denn geschichtsträchtige Städte und quirlige Ortschaften, deren sagenhafte Architektur reichen Kaufleute, Kapitäne und Seefahrer über Jahrhunderte prägten, säumen die belebten Abschnitte vor den eindrucksvollen Steilfelsen der Küstengebirge. Fünf Nationalparks wie sie unterschiedlicher nicht sein können, schützen auf einer Fläche von 126.250 Hektar eine unglaublich reichhaltige und teilweise auch selten gewordene Flora und Fauna. Die Wälder beherbergen wilde Braunbären und Hirsche, welche man jedoch kaum zu Gesicht bekommt. Ein phantastisches und im wahrsten Sinne großartiges Hochgebirge mit bizarren Kalksteinformationen, mit saubersten Gebirgsflüssen, idyllisch und einsam gelegenen Gletscher- und Bergseen, beeindruckenden Schluchten und Canyons, sucht seinesgleichen. Montenegro ist ein großartiges Wander- und Kletterparadies und verfügt über eines der ausgedehntesten, markierten Wegenetze, die ein Land dieser Größe vorweisen kann. Keine schwere Entscheidung für die UNESCO, ihr wertvolles Prädikat zweimal zu vergeben.
Soviel Schönheit und Individualität benötigt Raum und den gewinnt das kleine Land aufgrund seiner mangelnden Größe durch seine Höhe, keines in Europa liegt durchschnittlich höher. Über zwei Drittel der Landesoberfläche erstrecken sich über 1.000 Meter. So findet man in einem Land, in dem die Wege meist nur nach oben führen, viele der bedeutsamen Kulturdenkmäler auf den weiten Hochplateaus oder Gipfeln der unzähligen Berge und Gebirgsketten.
Das kleine Westbalkanland verfügt über eine der faszinierendsten und bewegtesten Historien Südeuropas. Die geschichtliche Vergangenheit reicht über Jahrtausende zurück. Manche Gebiete waren bereits weit in der vorchristlichen Epoche besiedelt und alle bedeutenden Großmächte, einflussreiche Stämme und Völker hinterließen ihre eindrucksvollen Zeitzeugen. Das Land musste eine lange und bittere Entwicklungsgeschichte durchleben, bis hier sämtliche Religionen und Menschen konfliktfrei nebeneinander leben konnten. Die Umstände der Vergangenheit machten Montenegros Bevölkerung zu etwas ganz Besonderem - wie auch ihr Land.
Die Menschen hier sind einzigartige und schroffe, doch charaktervolle Gestalten. Sie besitzen einen rauen und wilden Stolz, sind besessen von einem ausgeprägten Freiheitsdrang und strahlen gleichzeitig eine enorme Güte aus. Die Montenegriner schätzen und verehren ihre alten Brauchtümer, die sie vehement überliefern. Uralte Riten haben sich besonders in den Bergregionen bis heute erhalten. Die Menschen dort leben immer noch das Leben wie es vor ein- oder zweihundert Jahren war. Ganz im auffälligem Gegensatz zum modernen und zeitgemäßen Treiben in der Hauptstadt und der Küstenregion. Zugleich zeichnet diese Menschen eine typisch südländische Lebensweise aus. Sie sind nicht nur äußerst lebensfroh, weltoffen und gesellig, sondern auch von einer ausgesprochenen Herzlichkeit und fast unübertroffenen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft Fremden gegenüber.
Doch leider kann Montenegro nicht nur mit Glanzleistungen aufwarten. Es ist eines der ärmsten Länder Europas, was wirtschaftliche Zahlen anbelangt. Die Spuren der politischen Vergangenheit ziehen sich trotz Selbständigkeit und Reformen bis in die Gegenwart und Korruption und Vetternwirtschaft sind immer noch allgegenwärtig und bestimmen den innerpolitischen Alltag. Man muss erwähnen, dass der winzige Ex-Jugoslawienstaat auch bereits eine große touristische Vergangenheit hinter sich hat. Schon in den 70er und 80er-Jahren galt das Balkanland bei den Westeuropäern als beliebtes Reiseziel, wenngleich sich der Tourismus damals lediglich auf die Küstenregionen beschränkte. Hier kann man das Land auch jetzt nicht mehr - im Gegensatz zu den noch ursprünglichen Bergregionen - als Geheimtipp bezeichnen. Naturkatastrophen, Kriege und letztendlich der Selbstfindungsprozess warfen Montenegro in der touristischen Entwicklung aber um Jahrzehnte zurück. Vieles hat man zwischenzeitlich aufholen können und die touristische Zukunft des Landes ist sicher, der kleine Staat steuert mit ganz großen Schritten einer glänzenden Karriere entgegen. Montenegro besitzt mit seinen Ressourcen ein unglaubliches Potential eine Top-Destination unter den Reiseländern des Westbalkans zu werden. Die gezielte Unterstützung und strenge Kontrolle der Regierung, die touristische Entwicklung im vernünftigen Rahmen zu halten, die vielfältige Landschaft und Natur Montenegros zu schützen, vorausgesetzt. Noch ist es die ideale Zeit, dieses außergewöhnliche und wundervolle Fleckchen Erde zu entdecken und kennenzulernen, bevor der Massentourismus und Pauschalurlauber es komplett für sich beanspruchen.
Der serbische Dichter Nenadović meinte treffend: "Mich wundert es, dass hier die Sonne untergeht. Eine solche Schönheit wird sie sonst nirgendwo finden."
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