Der Prishtina Bear Forest in Novo Sellë (unter der Schirmherrschaft von „Four Paws“) bietet Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgerechtes Zuhause. Viele Jahre lang gab es im Kosovo keine Vorschriften für die Haltung von Braunbären, und alle privat gehaltenen Tiere vegetierten in kleinen Käfigen in Restaurants, um Besucher anzulocken. Dies ist seit 2008 verboten, und 2010 wurde die private Haltung im Kosovo eingestellt. Das Bärenschutzgebiet existiert seit 2013 und wird durch Spenden und staatliche Zuschüsse finanziert. Rund zwei Dutzend Bären im Alter zwischen 2 und 25 Jahren leben heute hier; in freier Wildbahn können diese Tiere bis zu 45 Jahre alt werden.
Sechzehn Mitarbeiter, darunter sieben Tierpfleger, kümmern sich liebevoll um die kuscheligen Geschöpfe auf 16 Hektar Land. 2016 begannen umfangreiche Ausbauarbeiten, und immer wieder tauchen illegal gehaltene Bären auf, wobei viele der armen Tiere hier ein neues Zuhause finden, insbesondere aus dem benachbarten Albanien. Während die traumatisierten Kreaturen dort nur mit etwas Brot oder Abfällen am Leben gehalten wurden, erhalten sie hier im Schutzgebiet Futter im Wert von 3.540 € pro Bär und Jahr. Davon werden fast 2.000 € allein für Obst ausgegeben, der Rest für Gemüse, Fleisch, Hundepellets, Nüsse und Honig.
Die unwürdige Haltung von Bären in privaten Unterkünften geht mit einem kontinuierlichen Rückgang der Braunbärenpopulation einher. Es wird geschätzt, dass derzeit nur noch etwa 200 Tiere in freier Wildbahn in Albanien und im Kosovo leben. Der Rückgang der Population ist auf die anhaltende Zerstörung ihres Lebensraums, Wilderei und Jagd zurückzuführen.
Das Schutzgebiet verfügt nun über eine sehr informative Website: www.bearsanctuary-prishtina.org/. Dort sind auch die Öffnungszeiten und der aktuelle Eintrittspreis von 3 € aufgeführt. Es gibt auch ein kleines Restaurant und einen Souvenirladen.