Nicht weit von der Stelle, wo am 28. Juni 1389 die Schlacht im Kosovo zwischen Serben und Osmanen stattfand und unentschieden mit dem Tod beider Befehlshaber (Lazar und Murad I.) endete, errichteten die Serben das Gazimestan-Denkmal im Jahr 1953. Der 25 Meter hohe Turm, umgeben von vier markanten Betonschornsteinen, symbolisiert für das serbische Volk den Mythos der Niederlage und die Fremdherrschaft der Türken von 1459 bis 1804.
Der 28. Juni wurde auch zum wichtigen serbischen Feiertag Vidovdan (Veitstag), der am Gazimestan-Denkmal auf dem Amselfeld eine besonders symbolische Bedeutung hat.
Seit dem Ende des Krieges im Jahr 1999 haben die Feierlichkeiten zwischen den ethnischen Gruppen der Serben und Albaner immer wieder zu großen nationalen und religiösen Konflikten geführt.
Am Fuße des optisch mittelalterlich anmutenden Turms befindet sich eine Inschrift des von Fürst Lazar geprägten Kosovo-Eides, die sinngemäß lautet: „Wer Serbe ist, als Serbe geboren wurde oder serbisches Blut oder Erbe hat und nicht in der Schlacht im Kosovo gekämpft hat, möge er niemals die Nachkommen haben, die er sich wünscht, möge nichts wachsen, was seine Hand gesät hat. Möge er für alle Ewigkeit verflucht sein!“
Am 28. Juni 1989 hielt Slobodan Milosević hier seine stark kritisierte, aber historisch bedeutsame Amselfeld-Rede zum 600. Jahrestag der Schlacht.
Der schlanke Turm ist bis zur Spitze begehbar und bietet einen weiten, uneingeschränkten Blick auf das Amselfeld und das Kopaonik-Gebirge in Serbien. In Sichtweite, mitten auf dem Feld, befindet sich das kleine Bajraktar-Grab, ein Denkmal für den gefallenen Bannerträger von Sultan Murad. Es ist ein wichtiger Wallfahrtsort, besonders für Anhänger des Sadije-Derwisch-Ordens, dem der Bannerträger angehörte. Es wurde 2013 mit türkischen Mitteln renoviert.