Das Kloster der Heiligen Erzengel liegt malerisch zwischen steilen Klippen und dem Fluss Lumbardhi. Es wurde von Zar Stefan Dušan gegründet, der es zwischen 1343 und 1352 an der Stelle einer ehemaligen Kirche als seine Grabstätte errichten ließ.
Seine einzigartige und innovative Architektur mit Rosetten und symmetrischen Fassadendekorationen beeinflusste die gesamte Entwicklung der serbischen Kirchenarchitektur bis Mitte des 15. Jahrhunderts. Das Kloster war den Heiligen Erzengeln Michael und Gabriel geweiht, und die Hauptkirche des Komplexes war neben dem Kloster Visoki Dečani das größte Sakralgebäude im mittelalterlichen Serbien. Es besaß eines der schönsten Bodenmosaike aller Klosterkirchen in Südosteuropa. Das Grab war mit einer Dušan-Figur geschmückt, die in der serbisch-orthodoxen Kirchenkunst jener Zeit einzigartig war und westlichen Einfluss zeigte. Der Klosterkomplex umfasste auch eine Bibliothek, eine Krankenstation und mehrere Mönchsquartiere.
Die Grabplatte innerhalb der Ruinen ist noch erhalten, die Reliquien wurden jedoch 1965 nach Belgrad gebracht. Mit der Ankunft der Osmanen wurde der Komplex zerstört und geplündert, und die Steine wurden später zum Bau der Sinan-Pascha-Moschee verwendet.
1927 legten Archäologen die vollständig verschütteten Ruinen frei, und in den 1960er Jahren nutzte die jugoslawische Armee Teile des Komplexes als Ausbildungszentrum für Offiziere. Im März 2004 zerstörten radikale Albaner alles, was vom Kloster noch übrig war oder bis dahin wiederaufgebaut worden war, und vertrieben die Mönche. Diese kehrten jedoch einige Wochen später zurück und bauten mit internationaler Hilfe neue Unterkünfte. Diese stehen Reisenden nun kostenlos zur Verfügung (Spenden erbeten). Der Komplex wird von der kosovarischen Polizei bewacht.
Hoch über dem Talboden siehst du noch die beeindruckenden Überreste der mittelalterlichen serbischen Festung Višegrad. Sie sicherte den Talsausgang und wurde rein zu Verteidigungszwecken errichtet, um das Erzengelkloster zu ihren Füßen zu schützen. Sie diente den Osmanen bis Ende des 19. Jahrhunderts militärisch. Ein steiler Pfad führt vom Klosterparkplatz hinauf.