Montenegro Landesinfos - Wirtschaft & Tourismus

Montenegros wirtschaftliche Entwicklung und der Tourismus

Martina & Günther

Martina & Günther

Montenegro

Seit der rasanten Abwertung des jugoslawischen Dinars in den 1990er Jahren und vor der Einführung des Euro nutzte Montenegro die Deutsche Mark als Zahlungsmittel. 2002 wurde der Euro noch im Staatenbund mit Serbien gleich mit übernommen, das Land ist aber kein Mitglied der Europäischen Währungsunion und darf somit kein eigenes Geld herstellen. Doch auch hier ist die gemeinsame Währung ein Teuerungsfaktor und eine starke Devise macht noch keine Wirtschaftsstärke aus. Montenegro hat einiges aufzuholen und verzeichnet durchaus bemerkenswerte Erfolge. Durch die Kriege und Sanktionen mussten viele Industriebetriebe aufgeben und der Tourismus brach ein. Man stellte sich der Situation. Die Straßennetze wurden schnellstmöglich saniert und die Flughäfen in Podgorica und Tivat modernisiert. Viele privatisierte Bereiche lockten Investoren in das Land, vor allem im Tourismussektor, über 12.000 Betriebe sind in ausländischer Hand. So erlebte das Land in den Jahren nach der Unabhängigkeit einen rapiden Wirtschaftsboom mit 9% Zuwachsraten des Bruttoinlandproduktes. Grund hierfür war der rasante Ausbau des Tourismussektors und die eben daraus entstehenden Investitionen, vor allem von russischen Unternehmern. Das beflügelte auch den Bausektor. Dies war zu schnell zu viel, 2012 wurde nur mehr ein Wachstum von 0,3% erreicht, derzeit wieder gut steigend, obwohl sich russische Unternehmen mit weiteren Einlagen durch den NATO-Beitritt Montenegros bedeckt halten.

Was die Industrie betrifft, hinkt der Fortschritt noch hinterher, teils veraltete Anlagen und die Infrastruktur stellen große Probleme dar und können den internationalen Anforderungen nicht Stand halten, daher findet man auch heute noch in Montenegro recht wenig Industriebetriebe und Niederlassungen großer ausländischer Firmen. Dies ändert sich nur sehr langsam, vor allem auch durch die unsichere Rechtslage und die Korruption. Aber immerhin entfallen inzwischen etwa 19% des BIP auf diese Sparte.

Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet etwa 72% des BIP. Innerhalb dieser Sparte generiert der Tourismus etwa ein Fünftel der Wirtschaftsleistung, Tendenz steigend. Bereits vor den Jugoslawienkriegen zog es zahlreich deutschsprachige Besucher nach Montenegro. Mit den Unruhen fielen diese komplett weg und es kamen fast nur noch Besucher aus Osteuropa, Russland und den angrenzenden Ländern. Seit wenigen Jahren ist eine Trendwende erkennbar, es kommen wieder mehr Westeuropäer und Reisende anderer Kontinente. 2018 besuchten weit über 2 Millionen Touristen das kleine Land (andere Zahlen sprechen sogar von 2,5 Mio.). Montenegro ist derzeit weltweit unter den wachstumsstärksten Reiseländern der Welt und setzt bewusst auch auf den Ganzjahrestourismus. Somit bleibt der sich dynamisch entwickelnde Fremdenverkehr die wichtigste Einnahmequelle und der Anteil am BIP soll in den nächsten Jahren dank eines Tourismus-Masterplanes um weitere 5% steigen. Dies möchte und kann man jedoch nicht durch den Neubau von Ferienanlagen erreichen, was zukünftig einen geringen Stellenwert einnehmen wird, gesetzt wird auf nachhaltigen Naturtourismus im Bereich Wandern und Radfahren sowie umweltfreundliche Beherbergungsbetriebe. Gefördert werden hierbei letztendlich auch die schwachen Regionen.

Die Agrarwirtschaft bildet das Schlusslicht in der wirtschaftlichen Wertschöpfung, 9% macht das BIP aus und nur 6% aller Beschäftigten sind hier tätig. Doch der Entwicklung wird große Beachtung beigemessen, immerhin erwirtschaftet jeder Arbeiter etwa 11.000 Euro pro Jahr.

Ebenso obliegt der Ausbau der Hafenkapazitäten und Werften gesteigerter Aufmerksamkeit. Hinzu kommen große Investitionen in „umweltschonende“ Energien, geplant sind umfassende Ausgaben für den Bau von Wasserkraftwerken und Windparks, gefördert von der EU. 2015 wurde der Energiemarkt für alle Verbraucher liberalisiert. Für große Industrieanlagen besteht seit Ende 2017 eine Emissionsbegrenzung. Montenegro besitzt wichtige Bodenschätze, darunter Bauxit, Braunkohle, Eisenerz, Erdöl und -gas. Exportiert werden hauptsächlich Aluminium, Stahl und Treibstoff sowie landwirtschaftliche Produkte (darunter auch Tabak) nach Kroatien, Serbien, Slowenien, Italien und Deutschland. Importiert werden Fahrzeuge und Maschinen, Mineralöle, Brennstoffe, chemische Produkte und Nahrungsmittel, hauptsächlich aus der EU (Italien, Griechenland, Deutschland) und China. Russland spielt ausschließlich auf dem Immobiliensektor eine große Rolle. Das Außenhandelsdefizit ist mit 1,8 Milliarden Euro sehr groß. Auch die Arbeitslosenquote ist mit gut 9% immer noch extrem hoch, das durchschnittliche pro Kopf Einkommen beträgt nur etwa € 280,- bis € 860,-- pro Monat, je nach Beschäftigungssparte.

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