Gadimë gilt als eine der ältesten Siedlungen im heutigen Kosovo. Durch Ausgrabungen sind Höhlenbehausungen mit Öfen entdeckt worden, die durch Keramikscherben auf die beginnende Eisenzeit datiert werden konnten, sprich auf mindestens 1000 Jahre v. Chr. Im 8. Jhd. v. Chr. entstanden bereits eine Art Wohnhäuser und 400 Jahre später ein Schutzwall und künstlich angelegte Geländestufen rund um die Wohnhäuser.
Heute besteht der Ort aus zwei Teilen, Gadimë e eperme (Obergadime) und Gadimë e poshtme (Untergadime). Mitten in Letzterem liegt die sehr sehenswerte Marmorhöhle – Shpella e mermerit. Sie wurde bereits während der Römerzeit als Behausung genutzt und erst 1969 wiederentdeckt, als ein Bauer Steine für seinen Hausbau benötigte und dabei auf Marmorblöcke stieß. 1976 machte man das Naturphänomen der Öffentlichkeit zugänglich.
Die gesamte Höhle ist 1500 Meter lang und weist das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von 13° auf. 600 gut erschlossene Meter über drei Etagen enthüllen ein faszinierendes, farbenprächtiges Naturschauspiel, welches sich über 18 Millionen Jahre, Tropfen für Tropfen entwickelt hat. Während eines Rundganges durch ein Gewirr von Stalaktiten und Stalakmiten aus Marmorkristallen erfährt der Besucher viel über die Entwicklung der Erdgeschichte, 1 mm Gestein beherbergt das Geheimnis von 3.000 Jahren. Während dieser langen Zeit konnten sich viele Figuren und Symbole herausbilden, eine kleine Höhle zeigt sogar mit ein wenig Phantasie den Umriss des Kosovo. Des Weiteren existieren 14 kleine Seen und 1 Ponor (Schluckloch).
Der Eingang zur Höhle liegt hinter dem großen Parkplatz und dem Restaurant. Eintritt nur im Rahmen einer kompetenten Führung, täglich 8-12 & 13-16, ca. alle 30 Minuten, Dauer etwa 40 Minuten, € 2,--. Pullover, lange Hose und feste Schuhe empfehlenswert).