Im östlichen Teil der Metohija-Ebene befindet sich der Mirusha-Park, es ist eines der schönsten und interessantesten Gebiete des Kosovo und bekannt für ein landschaftlich seltenes Naturwunder, wie es auf dem Balkan sonst kaum zu finden ist – die Mirusha-Wasserfälle. 1975 stellte man aufgrund der spezifischen Landschaft und der Biodiversität 5 km² unter Naturschutz, inzwischen wurde das Gebiet auf gut 12 km² erweitert.
Zum Pflanzenreichtum gehören neben etlichen seltenen Weidearten und Heilkräutern auch 21 endemische Pflanzen. Die Fauna umfasst viele scheue Wildtiere wie Wildschweine, Dachse, Wildkatzen, Eichhörnchen, Igel und zahlreiche Amphibien. Der Park wird vom gleichnamigen Flüsschen durchzogen, das in den Gremnik-Bergen entspringt und nach 37 km in den Weißen Drin entwässert.
Die Hauptattraktion des Parks bildet eine 10 km lange, teils recht unzugängliche Schlucht, die der Fluss im Laufe der Jahrmillionen in das karstige Gestein geschliffen hat, die steilen Wände sind teilweise über 100 Meter hoch. Auf 650 Meter erstrecken sich 12 Wasserfälle und 16 kleine Bergseen, dabei wird eine Höhendifferenz von 80 Metern überwunden (Anm.: die Angaben über die Anzahl variieren und ist abhängig von den Niederschlägen im Einzugsgebiet der Mirusha). Der höchste Wasserfall mit 22 Meter befindet sich zwischen dem sechsten und siebten See, ist jedoch nur über eine beschwerliche Wanderung mit Kletterei zu erreichen. Der tiefste See ist der zehnte mit 9 Metern Tiefe, der längste der achte mit 56 Metern. Die eindrucksvollste Kaskade aber mit einer Höhe von 8 Meter ergießt sich vom 15. in den 16. See, der letzte hat eine Abmessung von 55 x 45 Meter und ist 5 Meter tief. Das ist auch der Bereich, der für Besucher am leichtesten zugänglich ist. Trotz der kalten Temperaturen kann man im Sommer in den Becken wunderbar baden.
Aufgrund der geologischen Struktur des Gesteins, Kalkstöcke und verschiedene Sedimente, durchzieht ein beeindruckendes Höhlensystem den Schluchtbereich. In der Nähe des letzten Beckens gelangt man auf der rechten Flußseite zu einer Karstquelle und der Großen Kirchen- bzw. Eremitenhöhle mit einer kleinen Felsenkapelle. Sie ist 40 Meter lang, ihr Eingang ist 4 Meter breit und 12 Meter hoch, am Ende befinden sich Stalagtiten und Stalamiten. Die Malereien stammen aus dem 13. Jhd. Die 44 Meter lange „Große Höhle“ befindet sich am 9. See. Ebenfalls dort in der Nähe liegt angeblich der Zugang zur spektakulären Höhle von Dush, sie soll eine Länge von 180 Metern haben und etliche Seitenkanäle mit einer Gesamtlänge von 260 Metern, der Eingang ist stattliche 10 Meter breit und 15 Meter hoch. Im Inneren verbergen sich sechs kleine Seen und Wasserfälle von 2-5 Metern Höhe. Hier hat sich das Mirusha-System eine unterirdische Variante erschaffen (nur für erfahrene Späeologen – Zufahrt über das Dorf Dushi nach Süden).
Es gibt zwei Möglichkeiten zu den Wasserfällen zu gelangen: 12 km südlich von Klinë befinden sich am Zusammenfluß der Mirusha in den Drin östlich der M9-1 zwei Ausflugsrestaurants. Ab dort führt eine ca. 2,2 km lange Schotterpiste an das nördliche Ufer der Mirusha, von dort geht es zu Fuß weiter zu den oberen Fällen und Badebecken. Achtung: teilweise verläuft der Pfad zu den Naturereignissen über größere Höhenunterschiede mit Kraxelei, Halteseilen und Hängebrücken in der Schlucht!
Die zweite Variante: Nur wenige Meter weiter zweigt von der M9-1 eine Straße mit der Beschilderung „Pishine Natyra Turjake“ nach Osten ab. Sie führt über das Dorf Mirushë und ab dort auf unbefestigtem Weg (3 km, ausgeschildert mit Ujevara) direkt zu den Wasserfällen. Parken ist gebührenpflichtig, im Sommer haben zwei sehr einfache Ausflugslokale direkt am Ufer des untersten Beckens geöffnet. Auch ab hier gelangt man auf die andere Seite auf den Klettersteig.