Auf dem Mont Verdaille oberhalb von Cotignac gelegen, ist das Sanctuaire Notre-Dame de Grâces eine der wichtigsten Pilgerstätten in der Provence und ein bedeutendes spirituelles Wahrzeichen im Var. Umgeben von Olivenhainen und Eichenwäldern bietet das Heiligtum auch einen weiten Blick über die Landschaft der Provence Verte.
Der Ort ist eng mit einem bemerkenswerten historischen Ereignis verbunden. Am 10. und 11. August 1519 berichtete ein junger Holzfäller namens Jean de la Baume von einer Erscheinung der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind, begleitet von dem Heiligen Bernhard und dem Erzengel Michael. Laut seinem Zeugnis bat die Jungfrau darum, an genau dieser Stelle eine Kirche unter dem Namen Notre-Dame de Grâces zu errichten und dass Pilger dorthin in Prozession kommen sollten, um die Gnaden zu empfangen, die sie gewähren wollte.
Die Botschaft wurde von den örtlichen Behörden schnell geglaubt, und der erste Stein des Heiligtums wurde am 14. September 1519 gelegt. Der Chor der heutigen Kirche stammt aus dem Jahr 1534, obwohl ein Großteil des Gebäudes während der Französischen Revolution zerstört und später im Jahr 1811 wieder aufgebaut wurde.
Im Inneren des Heiligtums können Besucher mehrere wichtige Andachtsgegenstände besichtigen, darunter:
Die Statue von Notre-Dame de Grâces (1534)
Das Wundergemälde (1610) ist mit den Visionen von Bruder Fiacre verbunden
Buntglasfenster, die die Erscheinungen illustrieren
Werke von Nicolas Mignard
Die Herzreliquie von Bruder Fiacre
Ein Ex-Voto, gestiftet von Ludwig XIV.
Das Heiligtum nimmt auch einen wichtigen Platz in der Geschichte Frankreichs ein. Im Jahr 1637 soll die Jungfrau Bruder Fiacre in Paris mehrmals erschienen sein und darum gebeten haben, dass Königin Anna von Österreich eine Novene betet, die Notre-Dame de Grâces in Cotignac einschließt. Neun Monate später wurde Ludwig XIV. geboren, ein Ereignis, das nach 22 Jahren ohne Erben als Wunder galt. Aus Dankbarkeit weihte Ludwig XIII. Frankreich der Jungfrau Maria, und Ludwig XIV. selbst besuchte später Cotignac als Pilger.
Das Heiligtum ist auch heute noch aktiv. Seit 1981 ist es den Brüdern des Heiligen Johannes anvertraut, die das ganze Jahr über Pilger empfangen und Exerzitien, Pilgerreisen und spirituelle Veranstaltungen organisieren. Besucher finden auch Unterkunft und Erfrischungen im Foyer de la Sainte Famille sowie einen kleinen Pilgerladen.
Sowohl über die Straße als auch über einen angenehmen Wanderweg vom Dorf aus erreichbar, verbindet das Heiligtum Geschichte, Spiritualität und einen der schönsten Aussichtspunkte in Cotignac.
👉 Lokaler Tipp: Gehe zum großen Kreuz auf dem Vorplatz des Heiligtums. Von dort hast du einen der besten Panoramablicke über Cotignac und die umliegenden Weinberge, und du kannst die vielen Ex-Votos sehen, die Pilger aus Dankbarkeit hinterlassen haben.