Die Cattedrale del Sacro Cuore di Gesù im Zentrum von Taschkent ist die wichtigste katholische Kirche Usbekistans und eine der wenigen christlichen Kultstätten des Landes. Das Gebäude wurde 1912 auf Initiative der lokalen katholischen Gemeinde, die hauptsächlich polnischer und litauischer Herkunft war, erbaut und vom polnischen Architekten Ludwig Paczakewicz entworfen. Am Bau waren katholische Soldaten und Kriegsgefangene beteiligt, von denen viele Experten für Bildhauerei und Ingenieurwesen waren.
Nach der bolschewistischen Revolution wurde die Kirche 1925 geschlossen und in ein Lagerhaus umgewandelt. 1976 beschlossen die sowjetischen Behörden, sie zu restaurieren, und 1981 wurde sie zum architektonischen und historischen Denkmal Usbekistans erklärt. Nach der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1992 wurde das Gebäude der katholischen Gemeinde zurückgegeben und im Jahr 2000 von Erzbischof Marian Oles als Kathedrale geweiht.
Die Architektur der Kathedrale ist neugotisch, mit farbigen Glasfenstern und einer bronzenen Jesusstatue in der Mitte. Heute werden Messen in verschiedenen Sprachen gefeiert, darunter Russisch, Englisch, Koreanisch und Polnisch, was die Vielfalt der Gemeinde widerspiegelt.