Es gibt keine Straßen nach San Fruttuoso. Du kommst entweder mit dem Boot von Camogli oder Portofino hierher, oder du wanderst durch die Hügel des Naturparks Portofino auf einem Pfad, der ein paar Stunden durch Wald- und Küstenwege führt. So oder so ist die Reise Teil des Erlebnisses – und die Ankunft, wenn sich die Bucht endlich vor dir öffnet, ist einer dieser Momente, die dich wirklich innehalten lassen.
Was du hier findest, ist fast surreal. Eine alte Benediktinerabtei aus dem 10. Jahrhundert, die direkt an einem kleinen Sandstrand am Fuße einer steilen, bewaldeten Bucht liegt. Keine Hotels, keine Autos, keine Infrastruktur außer einem einzigen kleinen Restaurant und ein paar Sonnenschirmen im Sommer. Die Abtei selbst ist bemerkenswert gut erhalten – die Kreuzgänge, der Turm, die Grabgewölbe der Familie Doria, einer der mächtigsten Adelsdynastien Genuas. Es ist auf eine Weise ruhig, wie es nur sehr wenige Orte an der italienischen Riviera schaffen.
Und dann gibt es noch das, was unter Wasser ist. Direkt vor der Küste, etwa 15 Meter unter der Oberfläche, befindet sich der Cristo degli Abissi – eine große Bronzestatue Christi mit zum Himmel erhobenen Armen, die 1954 hier als Hommage an Taucher und Seeleute platziert wurde, die auf See verloren gingen. Du kannst sie beim Schnorcheln sehen. An einem ruhigen Tag, wenn das Wasser klar ist und das Licht im richtigen Winkel einfällt, ist es eines der außergewöhnlichsten Dinge, die die italienische Riviera zu bieten hat.
Fahre, wenn du kannst, in der Nebensaison – Mai oder September. Im Juli und August füllt sich die Bucht schnell und der Zauber verfliegt. Wenn du früh morgens mit der ersten Fähre von Camogli ankommst, hast du mindestens eine Stunde, bevor die Menschenmassen eintreffen.