Im 15. Jahrhundert war Florenz eine der wichtigsten Städte der zivilisierten Welt, in der Kunst, Wissenschaft und Architektur unter der Herrschaft der wohlhabenden Familie Medici florierten. Gleichzeitig sah sich die Stadt jedoch auch mit einem großen Problem konfrontiert, da viele ungewollte Babys geboren und auf den Straßen ausgesetzt wurden.
Im mittelalterlichen und Renaissance-Europa war es ziemlich üblich, dass ungewollte Kinder abgelehnt wurden. In Florenz wurde die Verantwortung für die Erziehung dieser Minderjährigen der ‚Arte della Seta‘, der Seidengilde, übertragen, die zu dieser Zeit eine der reichsten und mächtigsten Gilden war. Sie beschlossen, ein Krankenhaus zu bauen, das sich speziell um die vernachlässigten Säuglinge kümmern sollte, und es sollte ‚Ospedale degli Innocenti‘ (Hospital der Unschuldigen) genannt werden.
Um die Anonymität der Mütter zu gewährleisten, wurde eine Drehtür installiert, durch die die ungewollten Babys abgelegt werden konnten, ohne dass die Mutter gesehen wurde. Auf der anderen Seite rutschte das Kind eine kleine Rutsche hinunter, wo es von einer Krankenschwester abgeholt wurde. Die Kinder wurden dann im Waisenhaus aufgezogen und lernten Lebenskompetenzen, wobei die Mädchen nähen und die Jungen lesen und schreiben lernten.
Das Krankenhaus war über 500 Jahre in Betrieb und in dieser Zeit wurden über 375.000 Kinder betreut.
Das Krankenhaus, das zum Museum wurde, ermöglicht es dir nun, das architektonische Meisterwerk von Filippo Brunelleschi zu erkunden und mehr über die Geschichte dieser bedeutenden Stätte zu erfahren. Im Museum findest du auch eine kleine Kunstgalerie mit vielen interessanten Gemälden und einen kunstvollen goldenen Schrein, der dem Heiligen Marius gewidmet ist und einen Schädel mit einem Blumenkranz zeigt, der perfekt durch die vielen filigranen Details des dahinter hängenden Wandteppichs ergänzt wird.