Die größte Citânia Portugals nach ausgegrabener Fläche. Fünfzehn Hektar prärömische Stadt im Herzen von Entre-Douro-e-Minho – alles deutet darauf hin, dass sie nach den römischen Feldzügen des 2. Jahrhunderts v. Chr. als Hauptstadt der Calaici-Völker, die sich am rechten Ufer des Douro niedergelassen hatten, gewählt wurde.
Was Sanfins von anderen Citânias unterscheidet, ist nicht nur seine Größe. Es ist das Castro-Badehaus – das noch heute von einer aktiven natürlichen Quelle gespeist wird – mit seiner verzierten Pedra Formosa, einem monolithischen Stein, der den Dampfraum vom Kaltwasseratrium trennt. Die Pedra Formosa hat kleine Einkerbungen zum Ablegen nasser Hände, wodurch der Körper fest gegriffen und durch die kleine Öffnung geschoben werden konnte. Das Ritualbad diente nicht der Hygiene. Es war ein Übergang. Eine Transformation vor dem Kampf, vor dem Rat, vor allem, was es erforderte, jemand anderes zu werden.
Im rekonstruierten Familienkern ist ein in Stein gemeißeltes Triskelion deutlich sichtbar – die dreifache Spirale, die Zeit und Kosmos in der Castro-Symbolik organisiert. Nahegelegene Inschriften am Penedo das Ninfas enthüllen die Namen der Gottheiten der Fidueneas – darunter Cosunea, die mit dem Krieg assoziiert wird, und Turiaco, Gott des Wohlstands und der Fülle.
Die Quelle fließt immer noch. Das Wasser, das einst das Ritual speiste, existiert immer noch. Das ist keine Archäologie. Das ist Kontinuität.