Die griechisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Georg liegt versteckt in den engen Gassen der Wiener Altstadt und ist einer der dunkelsten und faszinierendsten Sakralräume der Stadt.
Im frühen 18. Jahrhundert von der griechischen Kaufmannsgemeinde gegründet, entwickelte sich die Kirche von einem umgebauten Stadthaus zu einem spirituellen Anker für das orthodoxe Leben in der habsburgischen Hauptstadt. Ihre bescheidene Fassade (später durch einen Glockenturm aus dem 19. Jahrhundert ergänzt) verrät wenig, doch im Inneren ändert sich die Atmosphäre.
Das dämmrige, intime Interieur der Kirche ist von byzantinischem Schatten und Gold geprägt, doch ihre Ikonostase, „die große Wand der Ikonen“, dominiert den Raum. Blattgold fängt das Kerzenlicht in sanften, schmelzenden Farbtönen ein und beleuchtet die Gesichter der Heiligen, die mit einer unverkennbaren orthodoxen Stille dargestellt sind.
Orthodoxe Kirchen verstehen die Kraft des Schattens, und der Heilige Georg ist da keine Ausnahme. Die Dämmerung ist beabsichtigt, ein theologisches Chiaroscuro, das die Grenze zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen verwischt.